By On 8th December 2015

Vor über 10 Jahren hat Franz „Münti“ Müntefering die Debatte um Investoren als Heuschrecken losgetreten. Seitdem hat sich viel verändert und die Stimmung gegenüber dieser Spezies (den Investoren) ist positiver geworden. Dies liegt nicht zuletzt an dem neuen, digitalen Gründergeist, der durch die Gazetten Deutschlands spukt. Dennoch stellen Investoren oftmals ein Autorität dar, die im Kleinen wie im Großen entscheidend für das Schicksal eines Unternehmens sein kann.

Ob Dir nun der Kreissparkassen Angestellte oder der Partner eines Wagniskapitalfonds gegenübersitzt – einige Dinge gilt es immer zu beachten.

Hier die 5 wichtigsten Tipps:

1. Sicheres Auftreten

Nichts lässt Investoren schneller von einer Investition Abstand nehmen, als ein unsicherer Unternehmer. Wie soll jemand, der ihnen nicht in die Augen schauen kann und zitternd schräge Zahlen präsentiert, einen Gewinn erwirtschaften? Eben. Ein sicheres Auftreten ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Gespräch. Mach Dir dabei klar, dass Investoren auch nur Menschen sind und es einen Grund gibt aus dem sie das harte Unternehmer scheuen.

2. Kenne Deine Zahlen

Ok, das hättest Du Dir denken können. Dennoch: Wir meinen nicht, dass Du prognostizieren kannst, welchen Umsatz Du in in etwas zwei Jahren machst, sondern auch unter welchen Annahmen genau Du diesen Umsatz erzielst? Welche Zahlen belegen diese Annahmen? Wie ändern sich diese Annahmen über Zeit? Was sind die Hebel die Deine Zahlen am meisten beeinflussen und wie stellst Du sicher, dass Du diese Hebel fest im Griff hast? Wie sehen Deine Stückkosten aus? Welche Margen sind realisierbar? Welche Einflussfaktoren gibt es?

Es gibt tausende Analyse Möglichkeiten und keinen „goldenen“ Weg dabei – aber Du musst vermitteln können, dass Du jedes Detail in und um Dein Unternehmen kennst.

3. Gib Ihnen Sicherheit

So komisch es erst einmal klingt: Investoren haben meist deutlich weniger Ahnung als Du selbst. Sie müssen sich ständig auf neue Geschäftsmodelle und Märkte einlassen und in einem Bruchteil der Zeit Sachverhalte analysieren, die Du schon monatelang kennst. Deswegen sei nicht zurückhaltend mit Daten und Fakten. Bereite alles fein säuberlich und gut portioniert für sie auf und gib Ihnen so das sichere Gefühl den Markt zu kennen. Denn auch Investoren müssen ihre Investitionen rechtfertigen: vor ihrem Vorgesetzten, ihren eigenen Kapitalgebern und im Zweifel sogar Ihrer Frau.

4. Hole Dir immer Feedback

Wenn es bei einem Termin nicht geklappt hat, nicht den „Sand in den Kopf stecken ~ Lothar Mathäus“ und auch nicht anders herum. Das wichtigste ist, aus seinen Fehlern zu lernen und selten geht das schneller oder besser, als bei Investoren. Deswegen frag immer nach woran es gelegen hat und unter welchen Voraussetzungen es geklappt hätte beziehungsweise noch zukünftig klappen kann. Diese Kritikpunkte zu verstehen und zu verbessern sind der Schlüssel zu einem erfolgreichen Umgang mit Investoren. Viele erfolgreiche Unternehmer gehen sogar so weit, mit weniger wichtigen Investoren zu „proben“, um dann bei den wichtigen perfekt vorbereitet zu sein.

5. Sei ehrlich

Wichtigster Tipp! Unehrlichkeit fliegt sofort auf und das Gespräch ist schneller vorbei, als Dir lieb ist. Du denkst, dass Dein Gegenüber diese halbe Sekunde zögern nicht mitbekommt? Sei Dir bewusst, dass es so schon hunderte Leute versucht haben. Mache aus den Schwächen Deines Geschäftsmodells eine Stärke. Wenn Du sie offen und proaktiv kommunizierst, zeigst Du Selbstsicherheit und signalisiert Deinem Gegenüber eine ehrliche Zusammenarbeit. Eventuell hast Du ja sogar einen Plan in der Tasche, mit dem Du diese Schwächen in Zukunft lösen kannst.

(6. Saubere Buchhaltung)

Zugegeben und daher auch als Punkt 6 von 5, in gewisser Weise Eigenwerbung, aber wir haben schon viele Due-Diligence-Prüfungen gesehen, in denen die Buchhaltung dem Unternehmer in letzter Sekunde um die Ohren geflogen ist. Und daran sollte eine Finanzierung wirklich nicht scheitern – better safe than sorry!

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