By On 4th February 2016

Die Motivation Deiner Mitarbeiter ist wichtig. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt und bietet dem Arbeitgeber eine Reihe von Möglichkeiten, seinen Mitarbeitern steuerfreie oder steuerbegünstigte Leistungen zukommen zu lassen. Deshalb wollen wir im Folgenden einen Blick auf eine Auswahl der wichtigsten und beliebtesten Arbeitgeberleistungen werfen.

1. Aufmerksamkeiten

Kleine Sachzuwendungen aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses sind bis zu einem Wert von 60 Euro steuerfrei. Hierzu zählen zum Beispiel der Strauß Blumen anlässlich des Geburtstages oder das Buch für den ausscheidenden Mitarbeiter. Auch kostenfreie Getränke und Genussmittel für die Mitarbeiter zählen zu den sogenannten Aufmerksamkeiten und unterliegen keiner Besteuerung. Wichtig: steuerfreie Geldleistungen sind nicht möglich!

2. Auslagenersatz

Eigentlich selbstverständlich, aber dennoch einer Erwähnung wert: Aufwendungen, die der Mitarbeiter im Interesse des Arbeitgebers tätigt, können entsprechend der Belege steuerfrei ersetzen werden. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Auslagen für Porto und sonstige Ausgaben des täglichen Geschäftsbetriebes, die vom Arbeitnehmer verauslagt werden.

3. Betriebsfeiern

Gemeinsame Veranstaltungen stärken das Team und bieten den Mitarbeitern die Möglichkeit, die Kollegen abseits der täglichen Hektik kennenzulernen. Bis zu zwei Veranstaltungen im Jahr sind steuerfrei, sofern die Ausgaben pro Veranstaltung und Arbeitnehmer nicht mehr als 110 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) betragen.  Das betrifft nicht nur die obligatorische Weihnachtsfeier sondern kann auch auf jede andere Teamveranstaltung angewendet werden. Falls die Grenze von 110 Euro überschritten wird, besteht die Möglichkeit einer pauschalen Versteuerung durch den Arbeitgeber in Höhe von 25%.

4. Essenmarken und Restaurantschecks

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Der Arbeitgeber tut also gut daran, wenn er seinen Mitarbeiter einen Zuschuss in Form von Essensmarken oder Restaurantschecks gewährt. Der Mitarbeiter kann diese in unterschiedlichen Restaurants in jeder Stadt einlösen und damit eine vergünstigte Mahlzeit beziehen. Bis zu 3,10 Euro täglich können steuerfrei gewährt werden, wenn der Arbeitnehmer den amtlichen Sachbezugswert hinzuzahlt oder versteuert. 

5. Fahrtkosten

In der Regel begrüßt der Arbeitgeber, wenn die Mitarbeiter zur Arbeit erscheinen. Um die Hemmschwelle dafür gering zu halten, können dem Arbeitnehmer zeitlich unbegrenzt steuerfrei die Fahrtkosten erstattet werden. Im einzelnen bestehen folgende Möglichkeiten:

– Tatsächliche Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel (Bahn, Bus, Taxi, Schiff, Flugzeug)                                         – Fahrtkosten mit dem eigenen PKW in Höhe von 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer (Motorrad 0,20 Euro je km). Entstehen zum Beispiel im Falle eines Unfalls außergewöhnliche Kosten, können diese zusätzlich erstattet werden.     – Kilometersatz, ermittelt aus den tatsächlichen Gesamtkosten über 12 Monate (Ausnahme: unangemessene Luxusfahrzeuge)                                                                                                                                                                             – unbesteuerte Gestellung von Firmenwagen.

6. Fortbildung

Sofern Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen dazu dienen, die Einsatzfähigkeit des Mitarbeiters im Betrieb zu erhöhen, sind diese steuerfrei. Das gilt immer für fachliche Weiterbildungen und unter Umständen für den Englischkurs. Beim Golfkurs wird es dann eher kritisch.

7. Freigrenze für Sachbezüge

Der Arbeitgeber kann seinen Arbeitnehmern monatliche Sachzuwendungen von bis zu 44 Euro zukommen lassen. Unter einen Sachbezug fällt auch die Überlassung eines „Jobtickets“. Solche Monatskarten des öffentlichen Personenverkehrs können ohne Lohnsteuer- oder Sozialversicherungsabzüge überlassen werden. Wichtig ist allerdings, dass es sich hierbei um eine Freigrenze handelt. Wird diese überschritten, ist der gesamte Wert der Zuwendung steuerpflichtig und nicht nur der Wert, der 44 Euro übersteigt.

8. Kindergartenbeiträge

Deutschland schafft sich ab, oder wie war das? Zum Glück nicht und wenn Deine Mitarbeiter gerade aktiv die Alterspyramide umdrehen, kannst Du sie dabei unterstützen. Falls ihre Kinder noch nicht schulpflichtig sind und außerhalb des Haushalts betreut werden, können steuerlich begünstigte Zuschüsse zu Kindergärten, Krippen, Krabbelstuben oder die Betreuung bei einer Tagesmutter gezahlt werden.

9. Personalcomputer

Die Überlassung von PC, Handys oder Tablets zu privaten Zwecken ist  – unabhängig von der Nutzungsdauer- steuerfrei. Ehrlicherweise ist der Gesetzesgeber hier einfach etwas faul oder pragmatisch. Wenn er diese Nutzung steuerpflichtig stellen würde, müsste er eine Besteuerung auch kontrollieren – was in der Praxis nicht möglich sein dürfte.

10. Telekommunikation

Die private Nutzung von Telekommunikationsgeräten oder Internet, ist – unabhängig vom Verhältnis der beruflichen zur privaten Nutzung – für den Arbeitnehmer lohnsteuerfrei. Entstehen dem Arbeitnehmer beruflich veranlasste Telefonkosten, die er zunächst privat trägt, hat der Arbeitgeber folgende Möglichkeiten für die Erstattung:                                                                   

– Erstattung der tatsächlichen Kosten, soweit diese dokumentiert sind – Pauschale Erstattung von 20 Prozent der Gebühren (inklusive Grundgebühren), höchstens jedoch 20 Euro monatlich (ein Nachweis der tatsächlich angefallenen Kosten ist nicht erforderlich).                                                                                                                                – Erstattung eines Durchschnittsbetrag aus den Rechnungsbeträgen eines repräsentativen Zeitraums von drei Monaten. Der in diesem Zeitraum ermittelte berufliche Anteil kann auf das gesamte Jahr anwendet werden.

11. Umzugskosten

Zieht der Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen um, kann der Arbeitgeber die Kosten für die Umzugsvorbereitung, den Makler, den Transport des Umzugsguts und vieles mehr steuerfrei erstatten. Allerdings muss der Arbeitgeber dann prüfen, inwieweit in den vom Arbeitnehmer vorgelegten Rechnungen steuerlich nicht abzugsfähige Kosten der privaten Lebensführung enthalten sind. Ohne weitere Prüfung kann der Arbeitgeber alternativ die Höchstsätze nach dem Bundesumzugskostenrecht als Umzugskosten erstatten.

12. Verpflegungsmehraufwendungen

Bei einer Auswärtstätigkeit entstehen dem Mitarbeiter zwangsläufig höhere Kosten für Verpflegung als bei einem Einsatz vor Ort. Diese können in Form von steuerfreien Verpflegungspauschalen durch den Arbeitgeber übernommen werden. Die Höhe der maximal zulässigen Beträge ist abhängig von der Dauer der Abwesenheit:

– über 8 Stunden sowie am An- und Abreisetag bei einer Reise mit Übernachtung: 12 Euro                                               – 24 Stunden: 24 Euro.

Es gibt also viele Möglichkeiten, den Arbeitnehmer mit steuerbegünstigten oder steuerfreien Zuwendungen zu unterstützen. Diese sind nicht nur für den Arbeitgeber kostengünstiger als reguläre Gehaltszahlungen, sondern haben auch eine positive Signalwirkung, mit der Du Deinen Arbeitnehmern Deine Wertschätzung ausdrücken kannst.

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