By On 7th March 2016

Wer Kapital für den Aufbau seines Unternehmens, die Wachstumsphase oder als Überbrückung eines Liquiditätsengpasses benötigt, sollte sich neben Eigenkapitalinvestitionen auch Fremdkapital als Finanzierungsart anschauen.

Fremdkapital hat den Vorteil, dass der Unternehmer frisches Kapital ohne Anteilsverluste erhält und so strategisch keine Einschränkungen erfährt. Auf der anderen Seite muss er jedoch meist eine gewisse Sicherheit hinterlegen und das geliehene Kapital zu einem gewissen Zeitpunkt mit Zinsen zurückzahlen. Dies muss bei der Liquiditätsplanung unbedingt berücksichtigt werden.

Dennoch zählt Fremdkapital zu einer lohnenswerten Finanzierungsform, wenn gewisse Kriterien erfüllt sind.

Welche Formen von Fremdkapitalfinanzierung es gibt, fassen wir für Dich in diesem Blog zusammen.

1. Darlehen (Kredit)

Die klassische Finanzierungsform, bei der der Darlehensgeber, meist eine Bank oder ein anderes Kreditinstitut, dem Unternehmen einen Kredit über eine gewisse Laufzeit zu einem gewissen Zinssatz ausgibt, welcher entweder jährlich oder am Ende eines festgelegten Zeitraums getilgt werden muss. Je höher die Kreditwürdigkeit des Unternehmens, desto geringer ist das Risiko und desto geringer fallen die Zinsen aus.

2. Gefördertes Darlehen

Es gibt viele staatliche Initiativen, um Forschung und Entwicklung, Innovationen und Unternehmertum zu unterstützen. Viele arbeiten mit Banken zusammen und bieten stark vergünstigte Zins- und Tilgungskonditionen an, manche kommen sogar ganz ohne Zinssatz mit langen Laufzeiten von bis zu 10 Jahren aus. Das Unternehmen muss sich jedoch in gewisser Weise für diese Form der Finanzierung qualifizieren, meist in einem förmlichen Vergabeprozess, in dem gewisse Projekte oder Innovationen als „förderfähig“ qualifiziert werden müssen.

3. Venture Debt

Nicht zu verwechseln mit Venture Capital ist Venture Debt.  Venture Debt Fonds sind spezialisiert auf Fremdkapitalinvestitionen in schnell wachsende Unternehmen, deren Kreditwürdigkeit für Banken noch zu unberechenbar ist. Hierbei werden oftmals Geschäftsmodelle mit einem hohen Liquiditätsbedarf finanziert, wie beispielsweise Kreditech oder Lendico. Auf Grund des vergleichsweise hohen Ausfallrisikos, liegen die veranschlagten Zinsen deutlich über dem Niveau von Banken und anderen Kredithäusern.

4. Wandeldarlehen

Hierbei handelt es sich um eine Sonderform des Darlehens, nicht hinsichtlich des Zinssatzes, sondern vielmehr der Liquidierung. Bei einem Wandeldarlehen zahlt das Unternehmen nach der vereinbarten Laufzeit das erhaltene Geld nicht zurück, sondern wandelt es in Eigenkapital um. Beispielsweise vereinbaren ein Unternehmer und ein Investor ein Wandeldarlehen über 20.000 € mit einer Laufzeit über 2 Jahre und einem Zinssatz von 5% p.a., das nach der Laufzeit in 10% Eigenkapital umgewandelt wird.

Streng genommen ist das Wandeldarlehen also ein Eigenkapitalinvestment, hat aber für den Investor den Vorteil, dass, sollte es in den 2 Jahren bis zur Umwandlung zu einer Insolvenz kommen, er als Fremdkapitalgeber bei der Liquidierung der Insolvenzmasse bevorzugt wird. 

5. Staatlicher Zuschuss

Ähnlich wie bei geförderten Darlehen, vergeben staatliche Förderorgane Zuschüsse. Zuschüsse bedeuten eine Querfinanzierung von unternehmerischen Vorhaben, meist durch vollständige oder teilweise Übernahme projektspezifischer Personalkosten. Beispielsweise entwickelt Firma ABC eine neue Artificial Intelligence Lösung und bekommt nach dem formellen Antragsverfahren einen Personalkostenzuschuss in Höhe von 70% für alle auf das Projekt attribuierten Entwickler zugesprochen.

 

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